Freelance-Market-News 09/2026

Liebe Leser,
in dieser September-Ausgabe richten wir den Blick gleich auf mehrere Zukunfts- und Alltagsthemen, die Freiberufler derzeit bewegen: Von eigenen KI‑Modellen über soziale Verantwortung bis hin zu neuen Pflichten bei E‑Rechnungen und der Frage, wie gute Führung Gesundheit und Engagement im Team stärkt.
Den Auftakt bildet unser Leitartikel darüber, wie Freelancer ihre Skills mit eigenen KI‑Modellen „klonen“, um damit zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Wir zeigen, wie Plattformen aus vorhandenen Texten, Bildern oder Audiodaten ein persönliches Modell trainieren, das im Stil eines Experten Dienstleistungen erbringt. Zwischen Erfolgschancen und Markenwirkung stellt sich die zentrale Frage: Wird aus der eigenen Expertise ein skalierbares Produkt oder digitalisierte Massenware?
Dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören, zeigt unser Bericht zur „Freelancer‑Eiche“ im Jubiläumswald in Althütte. Fünf Jahre nach der Auszeichnung „SOZIAL ENGAGIERT 2021“ wächst die Traubeneiche von Freelance-Market trotz Trockenheit beeindruckend in die Höhe – und steht als sichtbares Symbol für langfristiges Engagement, Biodiversität und Klimaschutz. Ein Ausflug zum Ebnisee mit einem Besuch bei der Freelancer‑Eiche verbindet eine kleine Auszeit mit einem sehr konkreten Bild dafür, wie nachhaltiges Handeln aussieht.
Ganz bodenständig wird es in der „Frage des Monats“: Muss ich als Freiberufler E‑Rechnungen annehmen und selbst ausstellen? Wir ordnen die neuen gesetzlichen Vorgaben ein, unterscheiden sauber zwischen „echten“ E‑Rechnungen und herkömmlichen PDFs und erklären, warum Sie bereits heute in der Lage sein müssen, strukturierte Rechnungen zu empfangen und wann die Pflicht zur Rechnungserstellung greift.
Im Gastartikel von Thomas Geiling erfahren Sie dann, weshalb engagierte Mitarbeiter kein Zufall sind, sondern Ergebnis einer Führung, die bewusst Gesundheit fördert. Die vorgestellte europäische Studie zeigt, wie wertschätzendes Führungsverhalten langfristig psychische Gesundheit, Teamklima und Bindung ans Unternehmen verbessert – ein hochaktuelles Thema angesichts von Fachkräftemangel und steigenden Belastungen.
Ergänzend lernen Sie unseren deutschen 3D‑Grafiker aus Brasilien kennen, der weltweit fotorealistische Visualisierungen für Architekturbüros und Bauherren erstellt und damit zeigt, wie internationale Zusammenarbeit im Freelance‑Modus ganz praktisch funktioniert.
Abgerundet wird die Ausgabe wie immer mit einem Augenzwinkern: Unser Witz des Monats über Top‑Management‑Skills erinnert daran, dass viele Hierarchien beeindruckend aussehen – solange niemand nach oben Feedback geben muss.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre, viele neue Ideen für Ihr Business und vielleicht sogar einen persönlichen Besuch bei der Freelancer‑Eiche im Welzheimer Wald.
Ihr Rainer Kurz
Zusätzliche Einnahmequelle? – Freelancer schaffen KI-Klon ihrer Skills
Immer mehr Plattformen bieten Freiberuflern an, aus deren eigenen Erfahrungen ein KI‑Modell zu machen, das dann als virtueller Klon die eigenen Dienstleistungen an Nachfrager anbietet. Solche eigenen KI‑Modelle können eine spannende zusätzliche Einnahmequelle sein, wenn Verträge, Vergütung und Markenwirkung bewusst gestaltet sind.
Die KI wird mit Bildern, Texten, Präsentationen und/oder Audiomitschnitten aus dem Archiv des Freelancers trainiert. Kunden können dieses „persönliche Modell“ später nutzen. Jedes Mal, wenn das Modell eingesetzt wird, sollen Freiberufler Geld verdienen – zusätzlich zu ihren klassischen Aufträgen.
Praktisch läuft es meistens so: Der Freiberufler stellt möglichst viele Beispiele seiner Arbeit bereit (Illustrationen, Audiodateien, Texte). Insbesondere bei Unternehmensberatern und Coaches erfolgt dann zusätzlich ein letzter Schliff durch einen mehrstündigen tiefgehenden Dialog mit der KI. Die Plattform trainiert so ein Modell im individuellen Stil des Experten.
Das Modell wird auf einem speziellen Marktplatz oder der Onlineseite des Dienstleisters angeboten. Kunden können damit Entwürfe, Texte oder Clips erzeugen. Der Freelancer erhält daraus Einnahmen aus Lizenzgebühren, Nutzungsgebühren oder einem Anteil an den Umsätzen der Plattform.
Hier einige Beispiele für bereits heute verfügbare KI-Klone:
• Kunden eines Grafikdesigners geben nur noch ein Briefing ein und erhalten Entwürfe in genau dessen Stil, ohne dass der Freelancer jeden Auftrag manuell bearbeitet.
• Ein Marketing-Freiberufler bietet ein “SEO‑Blog‑Paket“ an, das z. B. zwei optimierte Online-Artikel pro Monat liefert, immer mit der gleichen Struktur und gleichen Abläufen.
• Ein Erfolgs-Coach bietet regelmäßige Online-Coaching-Sitzungen mit seinem Klon an. Kommuniziert wird per Sprache, Video oder Text. Auf die Frage von Freelance-Market, ob der Klon genauso gut coacht wie das Original: “Mein Klon berät meist sogar besser als ich, da er immer konzentriert und gut gelaunt ist und niemals müde wird”.
Die Vorteile für anbietende Freiberufler:
+ Zusatz-Einnahmen aus vorhandenen Inhalten
+ Man muss nicht ständig neue Inhalte produzieren, das übernimmt die KI.
+ Es können differenzierte Standard- und Premium-Produkte zu unterschiedlichen Preisen geschaffen werden.
+ Es können beliebig viele Kunden gleichzeitig bedient werden.
+ Die KI wird niemals müde und unkonzentriert und liefert so eine gleichbleibende Dienstleistungsqualität.
Dem stehen aber auch Nachteile und Risiken gegenüber:
- Unklarheit, ob damit überhaupt Umsatz generiert wird, da die Plattform-Anbieter oft keine genauen Zahlen veröffentlichen.
- Manche KI‑Marktplätze haben intransparente Vergütungsmodelle, so dass die tatsächliche Vergütung unklar ist.
- Die Beratungsleistung des Freelancers kann zur Massenware werden und verliert daher ihre Besonderheit.
- Kontrollverlust: Die KI könnte halluzinieren oder versehentlich vertrauliche fremde Kundeninformationen aus dem Trainingsmaterial freigeben.
- Langfristig könnten KI-Klone die Arbeit vieler Experten überflüssig machen.
Freelancer-Eiche wird fünf Jahre alt
Es ist genau 5 Jahre her, dass die Caritas, die Diakonie und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg die Auszeichnung “SOZIAL ENGAGIERT 2021” an Freelance-Market verliehen haben. Im Zuge dieser Auszeichnung hat das Land Baden-Württemberg im Jubiläumswald in Althütte eine Eiche für Freelance-Market gepflanzt.
Zum fünften Geburtstag haben wir die Freelancer-Eiche besucht. Der Baum von Freelance-Market, eine Traubeneiche (lat. Quercus petraea), ist in den letzten Monaten trotz der Trockenheit auf 3,94 Meter gewachsen, wobei insbesondere der Stammdurchmesser imposant zugelegt hat:
10/2021: 110 cm, Ø: 5 mm
09/2022: 205 cm, Ø: 8 mm
08/2023: 219 cm, Ø: 14 mm
08/2024: 299 cm, Ø: 22 mm
08/2025: 361 cm, Ø: 33 mm
08/2026: 394 cm, Ø: 46 mm
Die “Freelancer-Eiche” ist jetzt erstmals in der Lage, auch ohne Verbiss-Schutz auszukommen. Dieser war bislang notwendig, damit die empfindlichen Triebe und Knospen vor dem Abfressen durch Rehe, Hirsche oder Wildschweine geschützt sind. Traubeneichen können bis zu 40 Meter hoch werden, einen Stammdurchmesser von bis zu 2 Meter erreichen und dabei bis zu 800 Jahre alt werden. Die Freelance-Market-Eiche hat ihren genauen Standort im staatlich anerkannten Erholungsort Althütte im Urlaubsgebiet Welzheimer Wald in unmittelbarer Nähe des touristisch sehr beliebten Ebnisees, so dass sich allein schon deshalb ein Besuch lohnt.
Da der Bürgermeister von Althütte, Reinhold Sczuka, auch gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. ist, hatte sich das Land Baden-Württemberg für Althütte als Pflanzungsort entschieden.
Sczuka begrüßt nicht nur die SOZIAL-ENGAGIERT-Initiative, sondern hat sich bei unserem letzten Gespräch auch darüber gefreut, mit dem Jubiläumswald „ein positives Zeichen für den Wald setzen zu können.” Schließlich ist der Erhalt dieses Waldes für die Artenvielfalt in der Region und erst recht für den Klimaschutz von zentraler Bedeutung.
Freelance-Market erhielt die Anerkennung “SOZIAL ENGAGIERT” für das vielfältige Engagement in unterschiedlichen sozialen Projekten, insbesondere im Rahmen der Initiative Jobs-fuer-Fluechtlinge.de. Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen des Mittelstandspreises für soziale Verantwortung.
Die Auszeichnung “SOZIAL ENGAGIERT 2021” ist eine von mehreren offiziellen Anerkennungen des gemeinnützigen Engagements von Freelance-Market. So wurde Freelance-Market unter anderem auch mit dem Demografie Exzellenz Award ausgezeichnet und für den Deutschen Engagement-Preis nominiert.
Frage des Monats: Muss ich als Freiberufler E‑Rechnungen annehmen und selbst ausstellen?
Kurz gesagt: Ja, empfangen – aber nicht zwingend selbst ausstellen.
Bereits seit Januar 2025 müssen grundsätzlich alle Unternehmer im B2B‑Bereich – also auch Freiberufler und Kleinunternehmer – in der Lage sein, E‑Rechnungen im gesetzlich definierten strukturierten Format (z. B. XRechnung, ZUGFeRD) zu empfangen und digital zu archivieren. Dazu reicht in einfachen Fällen zunächst eine E‑Mail‑Adresse und ein kostenloser Online-Viewer (oder kostenlose spezielle Software) zum Ansehen.
Wichtig ist die Unterscheidung: Eine „echte“ E‑Rechnung ist ein strukturierter Datensatz nach EU‑Norm EN 16931, keine einfache PDF‑Datei. PDFs gelten weiterhin als „sonstige elektronische Rechnung“ und sind nur mit Zustimmung des Empfängers zulässig, zählen aber nicht als E‑Rechnung im Sinne der neuen Vorschriften.
Falls der Jahresumsatz unter 800 000 Euro liegt, sind Unternehmen bis Ende 2027 von der Pflicht zur Ausstellung von E‑Rechnungen ausdrücklich ausgenommen, dürfen also weiter Papierrechnungen oder PDFs ausstellen.
Ab 2028 müssen alle umsatzsteuerpflichtigen Freelancer und Unternehmen B2B‑Rechnungen an inländische Unternehmer als E‑Rechnung nach EN 16931 ausstellen. Papier/PDF werden dann nur noch für Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro erlaubt sein.
Gastartikel von Thomas Geiling: Engagierte Mitarbeiter? Der Chef hat es in der Hand!
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) weist in einer Studie den positiven Einfluss der Führung eines Unternehmens auf die Gesundheit von Beschäftigten nach.
Das Führungsverhalten von Vorgesetzten ist offenbar bedeutsam für die Gesundheit der Beschäftigten. Gesundheitsförderliches Führungsverhalten mit nachweisbar positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten kann trainiert werden. Zu diesem Schluss kommt die neue Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die die Ergebnisse eines dreijährigen europäischen Verbundprojekts bündelt.
Für das Projekt "Rewarding and Sustainable Health Promoting Leadership" (deutscher Titel: Wertschätzende und nachhaltige gesundheitsförderliche Führung) haben deutsche, schwedische und finnische Forschungsgruppen je zwei verschiedene Studien durchgeführt und ihre Ergebnisse zusammengetragen. Auf diese Weise war es möglich, auch kulturelle Unterschiede zu untersuchen.
Die Wissenschaftler gingen in der methodisch kontrollierten Untersuchung der Frage nach, ob sich eine gute Führung tatsächlich positiv auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirkt. Außerdem untersuchte die Studie verschiedene Merkmale über einen Zeitraum von insgesamt 22 Monaten. Hierdurch wurde es möglich, Schlussfolgerungen über die "Latenzzeit" eventueller Effekte des Führungsverhaltens zu ziehen.
Im Ergebnis zeigte sich, dass eine gesundheitsförderliche Führung langanhaltende Effekte auf das Engagement und die psychische Gesundheit der Beschäftigten hat. Kurzfristige Effekte ergaben sich für das Teamklima. Deshalb lohnt sich ein langfristiges Engagement der Vorgesetzten im Bereich der gesundheitsförderlichen Führung.
Für Betriebe ist eine gesundheitsförderliche Führung somit aus zwei Gründen von Bedeutung. Erstens stabilisiert sie deutlich das psychische Wohlbefinden der Beschäftigten und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten. Zweitens können Unternehmen auf diese Weise engagierte Mitarbeiter binden und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken.
Artikel unserer Freiberufler: Deutscher 3D-Grafiker aus Brasilien
Eingetragene Dienstleister können sich mit einem Artikel in den Freelance-Market-News kurz vorstellen. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen unseren Grafiker Nr. 1441 aus Armação dos Búzios in Brasilien vor. Der Deutsche ist seit über 20 Jahren selbstständiger Architekt und Innenarchitekt.
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Ich bin Architekt und spezialisiert auf 3D-Visualisierungen. Mein Endprodukt kann wahlweise als interaktives Modell am Computer betrachtet, bewegt und begangen werden. Es kann als Foto auf Bauschildern, in Katalogen und in der Werbung Verwendung finden. Sehr häufig geht es um Verkaufs- und Veranschauungshilfen von Gebäuden für den nicht plankundigen Bauinteressenten.
Um fotorealistische Visualisierungen zu fertigen, benötigt man hochwertige 3D-Programme, welche eine zeitaufwendige Einarbeitung erfordern. Da nicht jedes Architekturbüro über solche Ressourcen verfügt, biete ich weltweit diese Dienstleistung an. Von der Visualisierung von Fremdbauvorhaben bis zur online-geführten Objektrealisierung stehe ich auch Bauherren weltweit in fünf Sprachen zur Verfügung.
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Freelance-Market-Witz des Monats: Top-Management-Skills
Was hat ein gefürchteter Topmanager mit einem Friedhofsgärtner gemeinsam?
Beide haben Tausende von Menschen unter sich, von denen sich keiner beschwert.
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